Die Rechtsform des CIERA | CIERA
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Die Rechtsform des CIERA



Das CIERA

Über das CIERA
Die Mitgliedsinstitutionen des CIERA
Das CIERA für Sie
Die Arbeitsweise des CIERA
Entstehungsgeschichte

GIP CIERA


Über das CIERA

Das CIERA ist eine öffentliche Interessenvereinigung (groupement d’intérêt public – GIP), zu der sich zwölf der renommiertesten französischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen der Geistes- und Sozialwissenschaften zusammengeschlossen haben. Unterstützt wird es vom französischen Ministerium für Bildung, Hochschulen und Forschung (MENESR) sowie vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Mit seiner leichten Struktur initiiert und koordiniert das CIERA einen Großteil der deutsch-französischen Programme zur Unterstützung von Nachwuchswissenschaftlern und Forschern. Seine Gründung beruht auf einem Beschluss der Regierungen Frankreichs und Deutschlands aus dem Jahr 1997;ins Leben gerufen wurde es 2001. Seitdem wurde das Übereinkommen regelmäßig verlängert – zuletzt 2015 für einen Zeitraum von zehn Jahren.
Das CIERA fördert Gastaufenthalte in Deutschland und den anderen deutschsprachigen Ländern, die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit deutschsprachigen Einrichtungen und Forschern sowie die Forschung über die deutsche Geschichte und Gesellschaft, ohne dabei andere Themen (Recht, Kultur, Politik, Raum usw.) auszuschließen. Insbesondere fördert es die Ausbildung zur Forschung und ermutigt dabei zu Arbeiten mit und über Deutschland ab dem Master. Das CIERA bietet keine Doktorandenverträge oder Projektfinanzierungen über die Agence nationale de recherche (öffentliche französische Einrichtung zur Förderung der Wissenschaft und Forschung) an, sondern Mobilitätsbeihilfen und Unterstützung bei der Netzwerkbildung sowie ein originelles pädagogisches Programm.
Im allgemeineren Sinn fördert das CIERA die internationale Vernetzung der Forschung. Die Geistes- und Sozialwissenschaften in einem globalen Umfeld zu verankern bedeutet nicht, ausschließlich Englisch zu sprechen. Es bedeutet in erster Linie zu begreifen, was ein wissenschaftlicher Diskurs ist – eine Sprache, die zwar immer in einem bestimmten Kontext verwendet wird, die aber trotzdem universell verständlich sein muss. Wir sind der festen Überzeugung, dass gründliches Arbeiten mit und auf fremdem Boden, mit fremden wissenschaftlichen Traditionen und fremden Auffassungen von Konzepten, Methoden und Disziplinen die beste Art und Weise ist, um sich auf sich selbst einen distanzierten Blick zu verschaffen und wirklich auf internationaler Ebene tätig werden zu können. Aufgrund der großen Nähe, aber auch der großen Unterschiede – nicht zuletzt ihrer wissenschaftlichen Traditionen – bieten Deutschland und Frankreich ein außergewöhnliches Laboratorium, das die Internationalisierung in einen Antrieb zum Nachdenken verändert.
Das CIERA eröffnet also nicht nur den Zugang zu Deutschland, sondern auch einen Übergang zu Interdisziplinarität und zu einem besseren Verständnis der wissenschaftlichen Diskurse – und lädt damit letztendlich auch zu einer Reise zu sich selbst ein.


Die Mitgliedsinstitutionen des CIERA

  • Centre d'information et de recherche sur l'Allemagne contemporaine (CIRAC), Informations- und Forschungszentrum zum Deutschland der Gegenwart
  • École des hautes études en sciences sociales (EHESS), Hochschule für Sozialwissenschaften
  • Ecole normale supérieure (ENS), Paris
  • École normale supérieure de Lyon (ENS Lyon)
  • Institut d'études politiques de Grenoble (IEP), Institut für Politikwissenschaft
  • Institut d'études politiques de Paris („Sciences Po“), Institut für Politikwissenschaft
  • Fondation Maison des Sciences de l'Homme (FMSH), Stiftung zur Förderung der Zusammenarbeit in den Humanwissenschaften
  • Universität Cergy-Pontoise
  • Universität Straßburg
  • Universität Lumière-Lyon II
  • Universität Panthéon-Sorbonne-Paris I
  • Universität Sorbonne (Sorbonne Université)


Das CIERA für Sie

Masterstudierende, Doktoranden, Nachwuchswissenschaftler, Lehrende und Forscher – wenden Sie sich an uns, auch wenn Sie keine lupenreine Germanisten sind und Ihre Arbeit nicht ausschließlich mit Deutschland zu tun hat.
Sie bereiten eine Feldforschung vor, einen Archivaufenthalt? Sie wollen ein Praktikum machen oder gemeinsam an einem Thema arbeiten, um zukünftige Kooperationen zu initiieren? Sie wollen Sich mit der Organisation wissenschaftlicher Veranstaltungen vertraut machen? In den Programmen des CIERA ist bestimmt auch etwas für Sie dabei.
Mit allen Angeboten werden Mobilität, Austausch, Ausbildung durch Forschung sowie Netzwerkbildung gefördert. Dabei handelt es sich um ergänzende Programme: Mit dem CIERA werden Sie nicht Ihr Studium oder großangelegte Forschungsprojekte finanzieren. Aber das CIERA ermöglicht – in den Lücken existierender substantiellerer Finanzierungsmöglichkeiten – auf unkomplizierte Art und Weise konkrete Forschungsarbeiten über und mit Deutschland sowie Anschubhilfen für eine umfangreichere Zusammenarbeit.


Die Arbeitsweise des CIERA

Das CIERA ist ein seit 2001 bestehendes Netzwerk aus Netzwerken. Mehr über seine Entstehungsgeschichte erfahren Sie hier.
Entstanden ist es durch eine Vereinbarung zwischen zwölf Hochschul- und Forschungseinrichtungen, auf deren Zusammenarbeit seine Tätigkeit beruht. Die grundlegenden Entscheidungen des CIERA werden von der Mitgliederversammlung getroffen, zu der sich die zwölf Mitgliedseinrichtungen zusammenfinden. Ihre Vorsitzende, Hélène Miard-Delacroix, ist auch Vorsitzende des GIP.
Die zwölf Einrichtungen entsenden darüber hinaus Lehrende und Forscher in den Lenkungsausschuss. Dieses Gremium diskutiert und entscheidet über die Tätigkeit des CIERA und deren Ausrichtung. Für die meisten Programme übernimmt es die Rolle eines Auswahlkomitees.
Der Vorstand des CIERA, dem sein Direktor, zwei stellvertretende Direktoren und die Generalsekretärin angehören, kümmert sich schließlich gemeinsam mit seinem Team um die tägliche Arbeit des CIERA, um dessen grundlegenden Ziele umzusetzen und seinen Betrieb zu gewährleisten.
Das CIERA besteht aber nicht nur aus seinen zwölf Mitgliedseinrichtungen. Die meisten seiner Programme richten sich übrigens auch an Studierende, Lehrende und Forscher anderer Einrichtungen aus Deutschland und Frankreich und darüber hinaus aus anderen europäischen und außereuropäischen Ländern. Der wissenschaftliche Beirat, die bewertende und beratende Instanz des CIERA, setzt sich aus Vertretern anderer Institutionen zusammen. Alle Studierende, wo auch immer sie ihren Wohnsitz haben, können sich beim CIERA einschreiben, um Informationen zu seiner Tätigkeit aus erster Hand zu erhalten. Das erfolgt über eine unkomplizierte und kostenlose Registrierung.
Darüber hinaus bietet das CIERA die Möglichkeit, Kooperationen mit allen deutschen Einrichtungen – ohne Ausnahme – einzugehen. Es arbeitet eng mit anderen Institutionen zusammen, die den deutsch-französischen Austausch in den Geistes- und Sozialwissenschaften fördern. Dazu gehören das Centre Marc Bloch, die Deutsch-Französische Hochschule, das IFRA-SHS in Frankfurt am Main, das Deutsche Historische Institut in Paris, das Heinrich-Heine-Haus in der Pariser Cité universitaire internationale, das Goethe-Institut Lyon und viele andere mehr.
Die Integration in das weltweite Netzwerk der Auslandszentren des DAAD ermöglicht es dem CIERA schließlich, die zweistaatliche Zusammenarbeit als Zugang zu einer fundierten internationalen Gestaltung der Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu fördern.


Entstehungsgeschichte

Die Gründung des CIERA beruht, wie es im Bereich der deutsch-französischen Zusammenarbeit oft der Fall ist, auf einer politischen Entscheidung auf höchster Ebene. Durch diesen außergewöhnlichen institutionellen Einsatz wurde es zu einem untypischen Laboratorium internationaler Zusammenarbeit. Im September 1997 hieß es anlässlich eines deutsch-französischen Gipfeltreffens in Weimar in einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs:
„[D]as Verständnis für die aktuellen Entwicklungen im Partnerland [soll] vertieft werden. Diesem Ziel wird die bevorstehende Gründung eines Zentrums für Deutschland-Studien in Frankreich dienen, das fächerübergreifend künftige Deutschlandexperten ausbilden soll.“
Auf dieser Grundlage machten sich das französische Ministerium für Hochschulbildung und der DAAD sowie mehrere französische Universitäten, die unterschiedliche Projekte entwarfen, an die Arbeit. Der Zusammenschluss, der schließlich den Zuschlag erhielt, bildete anschließend das CIERA, dessen Gründung im Amtsblatt der französischen Regierung vom 13. Dezember 2001 bekannt gegeben wurde.
Seitdem hat sich das CIERA weiterentwickelt, zusätzliche Institutionen haben sich dem GIP – der Vereinigung der Mitgliedsinstitutionen – angeschlossen, und es hat inzwischen weitere Niederlassungen in Straßburg, Grenoble und Lyon. Das CIERA ist mehrmals umgezogen und hat sich nun endgültig in der erst kürzlich renovierten Maison de la recherche der Universität Paris-Sorbonne eingerichtet. Nach mehreren Verlängerungen des Übereinkommens kann das CIERA nun ruhig in die Zukunft blicken, da seine Existenz bis zu seinem 25 jährigen Bestehen gesichert ist! Denn es hat seine Nützlichkeit unter Beweis gestellt, und seine Tätigkeit – auch wenn sich seine Programme ständig neuen Bedürfnissen anpassen – hat sich im Wesentlichen nicht geändert. Das dank der Zuschüsse der Mitgliedseinrichtungen und der Eigenmittel des CIERA arbeitende Team kümmert sich um den Alltag des Zentrums, indem es seinen Betrieb aufrechterhält, seine Programme mit Leben erfüllt und seine Publikationen und Mitteilungen gestaltet – all das finden Sie hier.
Sein großer Erfolg beruht auch auf der Beständigkeit und dem Einfallsreichtum derjenigen, die maßgeblich zur Gründung und Konsolidierung des CIERA beigetragen haben: Michael Werner, sein Gründer und erster Direktor, René Lasserre, sein erster Präsident, und Nathalie Faure, seine Generalsekretärin. 2015 übergaben die beiden ersten den Staffelstab an Christophe Duhamelle, den derzeitigen Direktor, und Hélène Miard-Delacroix, die amtierende Präsidentin. 2015 erneuerten die Mitglieder des GIP schließlich die Vereinbarung ihres Zusammenschlusses und auch der DAAD hat seine Unterstützung bekräftigt – die Geschichte des CIERA geht also weiter! Als freundschaftlichen Gruß an seine Gründerväter nannte das CIERA die Praktikumsstipendien „René-Lasserre-Stipendien“ und den Dissertationspreis „Michael-Werner-Preis“.
 



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