Histoire, pouvoir et religion

Etablissements : Université de Paris-Sorbonne Paris IV, Université Lyon 2, Université de Lille, Université Versailles Saint Quentin, Universität Erfurt (Max-Weber Kolleg) et Forschungszentrum Gotha, Universidad Carlos III (Madrid), Instituto de Historiografia "Julio Caro Baroja"

Organisateur : Gérard Laudin , professeur Université de Paris-Sorbonne~Paris~IV

Während der Epoche der Renaissance, als die Entdeckung und die Edition der antiken Autoren neue Felder der Reflexion eröffneten, löste ein lebhaftes Interesse an der Vergangenheit, antik oder national ausgerichtet, in ganz Europa zahlreiche Veröffentlichungen aus. Der Buchdruck machte Quellen einer breiteren gelehrten Öffentlichkeit zugänglich und auf sie gestützt hat sich die historische Praxis erheblich bereichert. Es geht in dem vorliegenden Projekt nicht einmal mehr darum, die Geschichte für sich selbst zu studieren, sondern nach den Verbindungen zwischen dieser Entwicklung des historischen Wissens und der Konstruktion der großen Monarchien und des modernen Staates – zwei Phänomene, die diese Entwicklung begleiteten – zu fragen. Im Kontext der zwischenstaatlichen Rivalität soll erforscht werden, auf welche Weise die Geschichte der politischen Legitimation und als Schmelztiegel für die Ausarbeitung von nationalem Bewusstsein diente.

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Bilan scientifique

Die Verbindungen zwischen Macht und Geschichte sind zahlreich. Unter den bevorzugten Forschungsfeldern, die vom Forschungsschwerpunkt ESR (Centre d’étude sur l’Etat, la Société et la Religion en Europe, Moyen-Age et Temps modernes ; Universität Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines) in Verbindung mit dem Schloss Versailles – noch vor dessen Gründung als eigenes Forschungszentrum (Centre de Recherche Chateau de Versailles) entwickelt wurden, nehmen die Geschichte und ihre Gebrauchsweisen in der Frühen Neuzeit einen wichtigen Platz ein. So wurden in diesem Bereichs bereits folgende internationale Tagungen organisiert : „Les Princes et l’histoire, XIVe–XVIIIe siècles“ (1994, in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut, Paris) sowie „Les historiographes en Europe de la fin du Moyen Âge à la Révolution française“ (2003, in Kooperation mit dem Departements-Archiv von Yvelines). Des Weiteren wurden Themenfelder behandelt wie der Zusammenhang zwischen historischen Modellen, politischem Denken und der Prinzenerziehung, in der die Geschichte traditionsgemäß eine starke Rolle spielte.
Im Umkreis der deutschen Antragssteller sind bereits seit mehr als drei Jahren systematische Vorarbeiten erfolgt, die explizit auf den Forschungsansatz von „Histoire et Pouvoir“ Bezug nehmen. So fand 2006 in Potsdam eine von Markus Völkel (Rostock) und Arno Strohmeyer (Salzburg) ausgerichtete internationale (DFG-geförderte) Tagung zur „Historiographie an europäischen Höfen, 17.-18. Jahrhundert“ statt. Die Akten sind im Erscheinen. In den thematischen Umkreis gehört weiterhin das von Susanne Rau (Dresden) und Markus Völkel (Rostock) beantragte DFG-geförderte Wissenschaftliche Netzwerk „Historiographiegeschichte der Frühen Neuzeit (1400-1800)“. Dieses befindet sich inzwischen in seiner Abschlussphase und bereitet eine umfangreiche Publikation zu exemplarischen und Methodentexten der Geschichtsschreibung des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit vor. (Erscheinen für 2009 geplant ; vgl. www.cliographie.net). Insgesamt spiegeln sich somit im hier vorliegenden Antrag zahlreiche Synergien älterer Projektphasen sowohl der französischen als auch der deutschen Kooperationspartner.

Religion im historischen Diskurs der Frühen Neuzeit

22/03/2012 - 24/03/2012 colloque

ciera.fr – Centre interdisciplinaire dâ€â„¢études et de recherches sur lâ€â„¢Allemagne